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Weißklee im Rasen richtig erkennen und zurückdrängen

Weißklee (Trifolium repens) ist eine mehrjährige Leguminose und gehört zu den häufigsten breitblättrigen Arten in Rasenflächen. Charakteristisch sind dreiteilige Blätter, häufig mit heller V-Zeichnung, weiße kugelige Blütenstände und bodennahe Stolonen, die an Knoten neue Wurzeln bilden können. Dadurch entstehen zunehmend größere Kleepolster. Besonders in dünnen oder hinsichtlich der Stickstoffversorgung geschwächten Grasnarben kann Weißklee konkurrenzstark werden. Entscheidend ist deshalb nicht nur seine Entfernung, sondern die Ursache des Auftretens.

Kurzbeschreibung

Weißklee (Trifolium repens) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist eine ausdauernde, niedrig wachsende Pflanze. Im Rasen breitet er sich besonders über bodennahe Stolonen aus, die an mehreren Knoten wurzeln können. Seine dreiteiligen Blätter und weißlichen Blütenköpfe sind gut erkennbar. Durch die flächige Wuchsform können sich aus einzelnen Pflanzen zusammenhängende Kleepolster entwickeln. FloraWeb nennt Park- und Trittrasen ausdrücklich als typische Standorte.

Weißklee sicher erkennen – Blatt, Blüte und Kriechtrieb

Weißklee besitzt drei ovale bis elliptische Einzelblättchen mit leicht gezähntem Rand. Häufig ist eine helle, V-förmige Zeichnung sichtbar. Die weißen, mitunter rosafarben überlaufenen Einzelblüten stehen in kugeligen Köpfen auf langen Stielen. Besonders wichtig für die Bestimmung ist der bodennahe Wuchs: Die Pflanze bildet kriechende Stolonen, die an Knoten wurzeln und neue Teilpflanzen bilden können.

Warum Weißklee bei schwacher Stickstoffversorgung Vorteile bekommt

Als Leguminose lebt Weißklee in Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien, die Wurzelknöllchen bilden und atmosphärischen Stickstoff verfügbar machen können. Rasengräser besitzen diesen Vorteil nicht. Deshalb kann Weißklee besonders in unzureichend mit Stickstoff versorgten Rasenflächen konkurrenzstark werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Kleebefall automatisch Stickstoffmangel beweist. Boden, Narbendichte und gesamte Pflege müssen gemeinsam beurteilt werden.

Auftreten von Weißklee im Jahresverlauf

Zeitraum

Entwicklung im Rasen

März – April

Überwinterte Weißkleepflanzen treiben erneut aus. Erste dreiteilige Blätter werden zwischen den Rasengräsern sichtbar; zugleich beginnen bodennahe Stolonen weiterzuwachsen und vorhandene Narbenlücken zu besiedeln.

Mai - September

Weißklee befindet sich in seiner Hauptwachstums- und Blütephase. Die typischen weißen bis leicht rosafarbenen Blütenköpfe erleichtern die Bestimmung; gleichzeitig breiten sich die Pflanzen über kriechende Stolonen weiter aus.

Sommer – Herbst

Etablierte Pflanzen können zunehmend dichte Kleepolster bilden. Die Stolonen wachsen flach durch die Rasennarbe und können an ihren Knoten wurzeln, wodurch neue Teilpflanzen entstehen und sich der Bestand vegetativ ausbreitet.

Herbst - Winter

Als mehrjährige Pflanze überdauert Weißklee die kalte Jahreszeit. Etablierte Pflanzen und bewurzelte Stolonen bleiben erhalten; bei geeigneten Bedingungen kann der Bestand im folgenden Frühjahr erneut austreiben und weiterwachsen.

Auftreten, Entwicklung und Zeitraum

  • Phase 1 – Austrieb und Einzelpflanzen

    Im Frühjahr treibt Weißklee aus überwinternden Pflanzen und bewurzelten Stolonen neu aus. Einzelne dreiteilige Blätter erscheinen zwischen den Gräsern. Jetzt lassen sich kleine Nester noch gezielt entfernen, bevor sich Kriechtriebe weiter ausbreiten.

  • Phase 2 – Stolonen breiten sich aus

    Mit zunehmendem Wachstum verlängern sich die bodennahen Stolonen. An ihren Knoten können neue Wurzeln entstehen, sodass aus wenigen Pflanzen zusammenhängende Kleepolster werden. Eine lückige Grasnarbe erleichtert die weitere Ausbreitung.

  • Phase 3 – Blüte und Flächenausbreitung

    Von Mai bis September kann Weißklee seine typischen weißen, kugeligen Blütenstände bilden. Gleichzeitig wächst der Bestand vegetativ über Stolonen weiter. Mähen reduziert Blüten, beseitigt aber tief liegende Kriechtriebe und Knoten nicht zuverlässig.

  • Phase 4 – Etablierter Bestand

    Im Spätsommer und Herbst bleiben etablierte Kleepolster konkurrenzstark, solange die Grasnarbe offen bleibt. Ursachenprüfung, bedarfsgerechte Nährstoffversorgung und Nachsaat helfen, damit Rasengräser freie Stellen wieder dauerhaft schließen können.

Eigenschaften von Weißklee im Rasen

  • Lebensdauer: Mehrjährig und überdauernd mit erneutem Austrieb aus etablierten Pflanzen.

  • Wuchsform: Flach kriechend und durch bodennahe Stolonen stark flächig ausbreitend.

  • Blätter: Drei ovale Einzelblättchen, häufig mit heller V-förmiger Zeichnung.

  • Blüte: Weiße bis leicht rosafarbene Blüten bilden kugelige Blütenköpfe.

  • Ausläufer: Stolonen können an Knoten wurzeln und neue Teilpflanzen bilden.

  • Stickstoffbindung: Wurzelknöllchen ermöglichen Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien.

Probleme im Rasen

  • Flächenausbreitung: Bewurzelnde Stolonen können schnell zusammenhängende Kleepolster entstehen lassen.

  • Konkurrenz: Klee konkurriert mit Rasengräsern um Licht, Raum und Ressourcen.

  • Narbenstruktur: Große Kleepolster verändern die gleichmäßige Zusammensetzung des Rasenbestands.

  • Wiederauftreten: Verbleibende bewurzelte Stolonen können nach Entfernung erneut austreiben.

  • Lückenbesiedlung: Dünne Grasnarben bieten Kriechtrieben zusätzlichen Raum zur weiteren Etablierung.

  • Pflegeaufwand: Etablierte Bestände benötigen Ursachenbehebung, Entfernung und anschließende Regeneration.

Klee im Rasen richtig bekämpfen – mechanisch und gezielt

Kleine Weißkleenester lassen sich mechanisch entfernen, wenn Stolonen und möglichst alle bereits bewurzelten Knoten vollständig mitgenommen werden. Bei größeren Beständen sollte anschließend die Ursache korrigiert und die Grasnarbe durch bedarfsgerechte Ernährung und Nachsaat geschlossen werden. Vertikutieren kann Teil einer Sanierung sein, reicht bei etablierten Stolonen allein jedoch nicht aus. Bei Pflanzenschutzmitteln gelten ausschließlich aktuelle österreichische Zulassung und Gebrauchsanleitung.

Für Österreich führt AustroGreen Power GmbH aktuell Primstar® RasenRein mit Pfl.Reg.Nr. 3167-0. Das Produktblatt nennt Kleearten im Wirkungsspektrum sowie Florasulam und Fluroxypyr als Wirkstoffe. Die angegebenen Anwendungen und Einschränkungen sind strikt einzuhalten.

  • Schwache Stickstoffversorgung der Rasengräser

    Weißklee tritt besonders häufig in Rasenflächen auf, deren Grasbestand nicht ausreichend mit Stickstoff versorgt ist. Seine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien verschafft ihm dort gegenüber den Rasengräsern einen wichtigen Konkurrenzvorteil.

  • Dünne und offene Rasennarbe

    Kriechende Stolonen können in Bestands- und Narbenlücken hineinwachsen und dort an Knoten wurzeln. Je weniger geschlossen die Grasnarbe ist, desto mehr Raum erhält Weißklee zur vegetativen Ausbreitung und Bildung zusammenhängender Polster.

  • Licht und sonnige Rasenflächen

    Weißklee entwickelt sich besonders gut bei ausreichendem Licht. Penn State beschreibt volle Sonne als günstige Bedingung, weist jedoch darauf hin, dass die Art auch gedüngte und teilweise beschattete Rasenbereiche besiedeln kann.

  • Boden und Nährstoffversorgung

    Weißklee ist keine zuverlässige Zeigerpflanze für sauren Boden. Für kultivierten Weißklee werden gut drainierte, frische und nährstoffreiche Böden sowie pH-Werte um 6 bis 7 als günstig beschrieben. Kalk sollte deshalb nur nach tatsächlichem Bodenbedarf eingesetzt werden.

Hilft Rasendünger gegen Klee im Rasen?

Rasendünger vernichtet Weißklee nicht direkt. Eine bedarfsgerechte Stickstoffversorgung kann jedoch die Konkurrenzkraft der Rasengräser erhöhen und den Vorteil des Weißklees in unterversorgten Rasenflächen verringern. NC State empfiehlt deshalb eine zur Rasengrasart passende Stickstoffversorgung und keine unnötig hohe Phosphorversorgung. Entscheidend ist eine ausgewogene Düngung nach tatsächlichem Bedarf – idealerweise auf Grundlage einer Bodenanalyse.

Warum kommt Klee im Rasen immer wieder?

Weißklee kann wieder erscheinen, wenn bei der Entfernung bewurzelte Stolonenabschnitte zurückbleiben oder anschließend offene Narbenstellen bestehen. Die Pflanze wächst bodennah und kann an mehreren Knoten neue Wurzeln bilden. Deshalb ist die Entfernung nur der erste Schritt. Dauerhafter wird die Maßnahme, wenn anschließend Nährstoffversorgung, Schnitt und Bewässerung stimmen und entstandene Lücken rasch mit geeigneten Rasengräsern nachgesät werden.

Pflanzenschutz Österreich

Für chemische Maßnahmen ist ausschließlich die aktuelle österreichische Zulassung maßgeblich. Das BAES führt das laufend aktualisierte Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel einschließlich Anwendungsbestimmungen, Auflagen und Hinweisen.

BAES Pflanzenschutzmittelregister Österreich

Weißklee dauerhaft reduzieren – die Grasnarbe entscheidet

Weißklee sollte zuerst sicher bestimmt und anschließend nicht nur oberflächlich entfernt werden. Bei kleinen Nestern müssen auch kriechende und bereits bewurzelte Stolonen möglichst vollständig erfasst werden. Bei größerem Befall lohnt sich zusätzlich die Prüfung von Nährstoffversorgung, Boden und Pflege. Eine bedarfsgerechte Düngung stärkt die Rasengräser, ersetzt jedoch keine Entfernung etablierter Kleepolster. Entstandene Lücken sollten anschließend zügig nachgesät und während der Keimung gleichmäßig feucht gehalten werden. Langfristiges Ziel ist eine dichte, standortgerechte und konkurrenzstarke Grasnarbe, die Weißklee möglichst wenig Raum zur erneuten Etablierung bietet.

Breitwegerich im Rasen mit breiten Rosettenblättern und mehreren aufrechten länglichen Blütenständen Nahaufnahme eines Gänseblümchens Bellis perennis mit weiß-gelber Blüte und typischen grünen Blättern im Rasen Blühender Gundermann im Rasen mit violetten Lippenblüten, gekerbten grünen Blättern und aufrechten Sprossen Junge Hirsepflanze mit breiteren hellgrünen Blättern zwischen feineren Rasengräsern in einer dichten Rasenfläche Zahlreiche weiß blühende Weißkleepflanzen zwischen grünen Rasengräsern in einer dicht bewachsenen Rasenfläche Blühender Löwenzahn mit zwei gelben Blüten und gezähnter Blattrosette in einer grünen Rasenfläche. Nahaufnahme einer verzweigten Grasrispe im grünen Rasen als Erkennungsmerkmal des Einjährigen Rispengrases Poa annua. Horn-Sauerklee mit gelber fünfblättriger Blüte, herzförmigen Blättern und länglichen Samenkapseln Ausgewachsener Spitzwegerich im Rasen mit dichter Blattrosette, schmalen längsnervigen Blättern und mehreren Blütenständen. Vogelmiere mit mehreren weißen Blüten, grünen gegenständigen Blättern und feinen behaarten Stängeln
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