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Take-all Patch im Rasen

Rasenkrankheiten · AustroGreen Power Fachwissen

Take-all Patch im Rasen – Gaeumannomyces avenae sicher erkennen

Take-all Patch ist eine bedeutende Wurzel- und Kronenkrankheit von Straußgräsern, insbesondere von Agrostis-Beständen auf Golfgreens, Tees und Fairways. Der bodenbürtige Pilz Gaeumannomyces avenae, in vielen Fachquellen weiterhin als Gaeumannomyces graminis var. avenae bezeichnet, schädigt Wurzeln, Kronen und Ausläufer. Typisch sind gelbliche, bronzefarbene bis braune ring- oder sichelförmige Schadstellen sowie dunkelbraun bis schwarz verfärbte Wurzeln.

Entscheidend: Sichtbare Schäden im späten Frühjahr oder Sommer bedeuten nicht, dass die Infektion erst zu diesem Zeitpunkt stattgefunden hat. Take-all Patch infiziert die Wurzeln bevorzugt bei kühlen und feuchten Bodenbedingungen im Herbst und Frühjahr. Hitze und Trockenstress können die Folgen des bereits geschädigten Wurzelsystems später besonders deutlich sichtbar machen.
Typischer Zeitraum Infektion Herbst/Frühjahr · Symptome oft Frühjahr bis Sommer
Besonders betroffen Agrostis · junge Greens · Tees und Fairways
Hauptrisiko Hoher pH, feuchter Wurzelraum und schwache Durchwurzelung
Wichtigste Maßnahme Wurzelraum analysieren und Standortbedingungen gezielt optimieren
Take-all Patch kompakt

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Erreger Gaeumannomyces avenae
Synonym Gaeumannomyces graminis var. avenae
Krankheitstyp Bodenbürtige Wurzel- und Kronenkrankheit
Schadbild Gelbliche bis braune ring- oder sichelförmige Flecken
Hauptwirte Straußgräser der Gattung Agrostis
Wurzelmerkmal Dunkelbraune bis schwarze Wurzeln und Kronen
Infektionsphase Kühl-feuchte Bedingungen in Herbst und Frühjahr
Pflegeziel Tiefes gesundes Wurzelsystem und geeignete Bodenchemie
Schnelle Orientierung

Passt das Schadbild zu Take-all Patch?

Da Take-all Patch primär das Wurzelsystem schädigt, sollte die Beurteilung nicht auf das oberirdische Fleckenbild beschränkt werden. Besonders aussagekräftig ist die Kombination aus charakteristischen Flächenmustern und dunkel geschädigten Wurzeln.

Merkmal 1 Ring- oder sichelförmige Flecken?

Gelbliche, bronzefarbene, rötlichbraune oder später strohbraune Bereiche entstehen häufig ringförmig, kreisförmig oder sichelartig und können zusammenfließen.

Merkmal 2 Dunkle Wurzeln und Kronen?

Eine Probe aus der Übergangszone kann deutlich reduzierte, dunkelbraune bis schwarze Wurzeln, Kronen oder Stolonen zeigen. Dieses Merkmal ist diagnostisch besonders wichtig.

Merkmal 3 Grüneres Zentrum im Ring?

Abgestorbene Agrostis-Bereiche können später von toleranteren Gräsern oder anderen Pflanzen besiedelt werden. Dadurch entsteht das typische sogenannte Frog-Eye-Erscheinungsbild.

Schadbild richtig lesen

So erkennen Sie Take-all Patch im Rasen

Gelbliche bis braune Flecken

Erste sichtbare Symptome erscheinen häufig als gelbliche, hellbraune oder bronzefarbene Bereiche. Mit fortschreitender Wurzelschädigung können sie rötlichbraun, strohfarben oder vollständig abgestorben erscheinen.

Ring- und Sichelformen

Die Befallsstellen sind häufig kreis-, ring- oder sichelförmig. Einzelne Flecken können sich vergrößern und miteinander verschmelzen, sodass größere unregelmäßige geschädigte Rasenbereiche entstehen.

Schwarze Wurzeln

Besonders charakteristisch ist die Schädigung unterhalb der Oberfläche. Wurzeln, Kronen, Rhizome und Stolonen können sich dunkelbraun bis schwarz verfärben. Das Wurzelsystem ist häufig deutlich reduziert und geschwächt.

Frog-Eye-Erscheinungsbild

Innerhalb älterer Befallsringe können tolerantere Gräser, Poa-Arten, Feinschwingel oder andere Pflanzen die abgestorbenen Bereiche besiedeln. Dadurch bleibt ein grüneres Zentrum innerhalb eines geschädigten Rings zurück.

Details zur sicheren Einordnung

Take-all Patch genauer verstehen

Womit kann Take-all Patch verwechselt werden?

Ringförmige oder braune Schadstellen allein reichen für eine sichere Diagnose nicht aus. Andere Rasenkrankheiten sowie Trockenstress und Standortprobleme können oberirdisch ähnlich erscheinen. Deshalb sollte bei Verdacht immer auch das Wurzelsystem untersucht werden.

Summer Patch

Summer Patch kann ebenfalls ringförmige Bereiche und ein Frog-Eye-Erscheinungsbild verursachen. Wirtsgräser, Jahresverlauf und mikroskopische beziehungsweise labordiagnostische Merkmale helfen bei der Abgrenzung.

Dry Patch

Localized Dry Spot verursacht ebenfalls trockene, gelbliche oder braune Bereiche. Ursache ist jedoch wasserabweisender Boden und nicht die typische schwarze Wurzelschädigung durch Gaeumannomyces.

Trocken- und Hitzestress

Ein bereits durch Take-all Patch geschädigtes Wurzelsystem reagiert besonders empfindlich auf Trockenheit. Reiner Trockenstress kann deshalb ähnlich aussehen oder vorhandene Krankheitssymptome erheblich verstärken.

Wie entwickelt sich Gaeumannomyces avenae?

Gaeumannomyces avenae ist ein bodenbürtiger Pilz und kann als Myzel in infizierten Pflanzenresten und organischem Material überdauern. Unter geeigneten Bedingungen besiedelt der Erreger zunächst die Oberfläche der Graswurzeln.

Bei kühler und feuchter Witterung kann der Pilz anschließend in das Wurzelgewebe eindringen und Wurzeln, Kronen und Ausläufer zunehmend schädigen. Die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanzen wird dadurch eingeschränkt.

Besonders problematisch ist, dass die Wurzelinfektion bereits lange vor deutlich sichtbaren oberirdischen Symptomen stattfinden kann. Vorbeugende Standort- und Kulturmaßnahmen müssen deshalb rechtzeitig erfolgen.

Wann tritt Take-all Patch im Jahresverlauf auf?

Herbst

Bei sinkenden Bodentemperaturen und längerer Bodenfeuchte kann eine wichtige Infektionsphase beginnen. Die Wurzeln können bereits befallen werden, obwohl oberirdisch noch kaum Schäden sichtbar sind.

Frühjahr

Kühler, feuchter Boden begünstigt erneut Wachstum und Wurzelinfektion des Erregers. Besonders gefährdet sind junge Agrostis-Bestände und Flächen mit ungünstiger Bodenchemie oder schwacher Durchwurzelung.

Spätes Frühjahr und Sommer

Jetzt werden die Folgen der Wurzelschädigung häufig besonders deutlich. Steigende Verdunstung, Hitze und Trockenstress überfordern das geschädigte Wurzelsystem und führen zu sichtbaren Flecken.

Mehrjährige Entwicklung

Befallsstellen können in mehreren Jahren erneut sichtbar werden. In älteren Beständen nimmt die Krankheitsstärke teilweise durch die Entwicklung einer natürlich krankheitsunterdrückenden Bodenmikroflora wieder ab.

Welche Bedingungen fördern Take-all Patch?

Besonders begünstigend sind ein hoher beziehungsweise alkalischer pH-Wert im Wurzelraum, kalkhaltige oder hoch-pH-wertige Topdressingmaterialien, längere Bodenfeuchte, schlechte Drainage, Verdichtung und ein geschwächtes Wurzelsystem. Auch junge sandbasierte Agrostis-Bestände können besonders anfällig sein.

Zusätzlich können Defizite einzelner Nährstoffe, insbesondere eine unzureichende Manganversorgung, die Krankheitsentwicklung begünstigen. Eine Nährstoffkorrektur sollte jedoch immer auf einer fachgerechten Analyse beruhen.

Welche Rasengräser sind besonders betroffen?

Take-all Patch ist vor allem eine bedeutende Krankheit der Straußgräser der Gattung Agrostis. Besonders relevant ist Kriechendes Straußgras (Agrostis stolonifera) auf Golfgreens, Tees und Fairways.

Andere Rasengräser können mit dem Erreger in Kontakt kommen beziehungsweise in einzelnen Situationen besiedelt werden, die schwersten und wirtschaftlich wichtigsten Schäden werden jedoch typischerweise in Agrostis-Beständen beobachtet.

Bei Verdacht richtig handeln

Was tun bei Take-all Patch?

Wurzeln kontrollieren

Eine Probe möglichst aus der Übergangszone zwischen gesundem und geschädigtem Rasen entnehmen. Wurzeldichte, Wurzelfarbe, Kronen und Stolonen mit gesundem Pflanzenmaterial vergleichen.

Bodenanalyse durchführen

pH-Wert und Nährstoffversorgung prüfen. Bei wiederkehrendem Take-all Patch sollte insbesondere beurteilt werden, ob ungünstige pH-Werte oder ein Manganmangel vorliegen.

Wasserstress vermeiden

Geschädigte Wurzeln können Wasser nur eingeschränkt aufnehmen. Bereits befallene Bestände sollten deshalb nicht zusätzlich durch starken Trockenstress belastet werden.

Drainage und Verdichtung prüfen

Dauerhaft nasse, schlecht durchlüftete oder verdichtete Wurzelräume fördern ungünstige Bedingungen. Wasserführung und Bodenstruktur deshalb fachgerecht beurteilen.

Topdressing und Wasser prüfen

Wiederkehrende Probleme können auch mit alkalischem Topdressing oder der Wasserqualität zusammenhängen. Bei Bedarf sollten diese Einflüsse zusätzlich untersucht werden.

Stress reduzieren

Stark geschädigte Bestände nicht zusätzlich durch unnötig aggressive mechanische Maßnahmen, extreme Schnitthöhen oder weitere vermeidbare Belastungen schwächen.

Weitere Maßnahmen anzeigen

Drainage und Verdichtung prüfen

Dauerhaft nasse, schlecht durchlüftete oder verdichtete Wurzelräume fördern ungünstige Bedingungen. Wasserführung und Bodenstruktur deshalb fachgerecht beurteilen.

Topdressing und Wasser prüfen

Wiederkehrende Probleme können auch mit alkalischem Topdressing oder der Wasserqualität zusammenhängen. Bei Bedarf sollten diese Einflüsse zusätzlich untersucht werden.

Stress reduzieren

Stark geschädigte Bestände nicht zusätzlich durch unnötig aggressive mechanische Maßnahmen, extreme Schnitthöhen oder weitere vermeidbare Belastungen schwächen.

Langfristig stabilisieren

Take-all Patch im Rasen gezielt vorbeugen

pH-Wert kontrollieren

Take-all Patch wird durch alkalische Wurzelraumbedingungen begünstigt. Auf gefährdeten Agrostis-Flächen sollte der pH-Wert analysiert und nur auf Grundlage der Standortdaten gezielt gesteuert werden.

Gesunde Wurzeln fördern

Ein tiefes und leistungsfähiges Wurzelsystem verbessert die Toleranz gegenüber einer Infektion und hilft dem Rasen, Belastungsphasen mit höherem Wasserbedarf besser zu überstehen.

Nährstoffe analysengerecht zuführen

Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurennährstoffe sollten entsprechend Boden, Nutzung und Pflanzenbedarf versorgt werden. Pauschale Zusatzgaben sind keine gezielte Krankheitsstrategie.

Manganversorgung prüfen

Niedrige Manganverfügbarkeit wird mit erhöhtem Take-all-Risiko in Verbindung gebracht. Eine Ergänzung sollte nur nach fachlicher Beurteilung beziehungsweise Analyse erfolgen.

Wasserführung verbessern

Gute Drainage, ausreichende Bodenbelüftung und die Vermeidung dauerhaft gesättigter Wurzelräume reduzieren Standortstress und fördern eine leistungsfähige Durchwurzelung.

Alkalische Einträge berücksichtigen

Kalkgaben, Topdressingmaterialien und Beregnungswasser können die Reaktion des Wurzelraums beeinflussen. Bei wiederkehrendem Befall sollten diese Faktoren in die Analyse einbezogen werden.

Weitere Maßnahmen anzeigen

Manganversorgung prüfen

Niedrige Manganverfügbarkeit wird mit erhöhtem Take-all-Risiko in Verbindung gebracht. Eine Ergänzung sollte nur nach fachlicher Beurteilung beziehungsweise Analyse erfolgen.

Wasserführung verbessern

Gute Drainage, ausreichende Bodenbelüftung und die Vermeidung dauerhaft gesättigter Wurzelräume reduzieren Standortstress und fördern eine leistungsfähige Durchwurzelung.

Alkalische Einträge berücksichtigen

Kalkgaben, Topdressingmaterialien und Beregnungswasser können die Reaktion des Wurzelraums beeinflussen. Bei wiederkehrendem Befall sollten diese Faktoren in die Analyse einbezogen werden.

Häufige Fehlentscheidungen

Typische Fehler bei Take-all Patch

Nur die braunen Blätter beurteilen

Take-all Patch ist primär eine Wurzel- und Kronenkrankheit. Ohne Untersuchung des Wurzelsystems können andere Ursachen leicht mit dem Krankheitsbild verwechselt werden.

Erst im Sommer mit Vorbeugung beginnen

Die entscheidende Wurzelinfektion findet häufig bereits im Herbst oder Frühjahr statt. Sichtbare Sommerschäden können deshalb das Ergebnis einer deutlich früheren Infektion sein.

Ohne Analyse kalken

Ein hoher pH-Wert kann Take-all Patch begünstigen. Kalk sollte auf gefährdeten Agrostis-Flächen deshalb nicht ohne Kenntnis von Bodenchemie und tatsächlichem Bedarf eingesetzt werden.

Mangan pauschal ausbringen

Mangan kann bei nachgewiesen niedriger Versorgung relevant sein. Eine ungeprüfte Mikronährstoffgabe ersetzt jedoch weder Bodenanalyse noch eine umfassende Ursachenbewertung.

Geschädigten Rasen austrocknen lassen

Ein bereits reduziertes Wurzelsystem kann Trockenstress nur schlecht kompensieren. Bewässerung muss deshalb an den tatsächlichen Wasserbedarf des geschädigten Bestands angepasst werden.

Fungizide ohne Zulassungsprüfung

Eine konkrete Pflanzenschutzanwendung muss in Österreich aktuell für Kultur beziehungsweise Objekt, Schadorganismus, Einsatzgebiet und Anwendungsbedingungen zugelassen sein.

Behandlung und Regeneration

Weitere wichtige Informationen

Pflanzenschutz bei Take-all Patch in Österreich

Pflanzenschutzmittel dürfen in Österreich ausschließlich entsprechend ihrer aktuell gültigen Zulassung eingesetzt werden. Maßgeblich ist das Pflanzenschutzmittelregister des BAES.

Kultur beziehungsweise Objekt, Schadorganismus, Einsatzgebiet, Aufwandmenge, Anwendungszeitpunkt, Anwendungstechnik und sämtliche Auflagen müssen zur konkreten Zulassung passen. Ausländische Empfehlungen oder ältere Fachliteratur können deshalb nicht automatisch auf eine aktuelle Anwendung in Österreich übertragen werden.

Wie regeneriert sich der Rasen nach Take-all Patch?

Da Take-all Patch das Wurzel- und Kronengewebe schädigt, ist die Regeneration häufig deutlich langsamer als bei reinen Blattkrankheiten. Stark geschädigte Pflanzen können vollständig absterben.

Nach der Ursachenanalyse sollten Bodenchemie, Wasserführung, Durchlüftung, Nährstoffversorgung und weitere Stressfaktoren stabilisiert werden. Erst danach können stark ausgedünnte oder abgestorbene Bereiche gezielt durch geeignete Regenerationsmaßnahmen wiederhergestellt werden.

Merksatz: Nicht nur die braune Rasennarbe reparieren – zuerst den Wurzelraum und die Ursachen des Wurzelschadens stabilisieren.
AustroGreen Power Fachwissen: pH-Wert und Take-all Patch

AustroGreen Power Fachwissen

Take-all Patch gehört zu den Rasenkrankheiten, bei denen die chemischen Bedingungen des Wurzelraums eine besonders wichtige Rolle spielen. Hohe beziehungsweise alkalische pH-Werte können die Krankheitsentwicklung in gefährdeten Agrostis-Beständen begünstigen.

Fachquellen nennen für gefährdete Bentgrass-Flächen häufig einen leicht sauren Bereich um etwa pH 5,5 bis 6,0. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Boden pauschal angesäuert werden sollte.

Entscheidend ist eine standortbezogene Beurteilung von Boden-pH, Pufferkapazität, Topdressing, Beregnungswasser, Nährstoffversorgung und Pflanzenbestand. Veränderungen der Bodenreaktion sollten gezielt und fachlich begleitet erfolgen.

Welche Bedeutung hat Mangan bei Take-all Patch?

Eine geringe Manganverfügbarkeit wird in der Fachliteratur wiederholt mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Take-all Patch in Verbindung gebracht. Besonders bei wiederkehrendem Befall kann es deshalb sinnvoll sein, die Manganversorgung zusammen mit pH-Wert und weiteren Bodendaten zu untersuchen.

Eine Mangangabe sollte nicht allein aufgrund des sichtbaren Krankheitsbildes erfolgen. Erst ein entsprechender Befund ermöglicht eine bedarfsgerechte und standortbezogene Nährstoffstrategie.

Welche Bedeutung hat Stickstoff bei Take-all Patch?

Take-all Patch ist keine einfache Stickstoffmangelkrankheit. Ein ausreichend versorgter und aktiv wachsender Bestand kann Wurzelschäden jedoch grundsätzlich besser tolerieren als stark geschwächter Rasen.

Auf Standorten mit ungünstig hohem pH-Wert werden in der internationalen Turf-Fachliteratur teilweise versauernd wirkende ammoniumbetonte Stickstoffquellen eingesetzt. Nitratbetonte Düngung kann unter bestimmten Standortbedingungen ungünstiger sein. Die konkrete Düngestrategie muss jedoch immer an Bodenanalyse, Jahreszeit und Pflanzenbedarf angepasst werden.

Was bedeutet Take-all Decline?

Take-all Patch ist häufig besonders problematisch in jungen Agrostis-Beständen. Auf manchen Standorten nimmt die Krankheitsstärke nach mehreren Jahren wieder ab, obwohl der Erreger weiterhin vorhanden sein kann.

Dieses Phänomen wird als Take-all Decline bezeichnet. Als wichtige Ursache gilt die zunehmende Entwicklung einer natürlichen krankheitsunterdrückenden Mikroflora im Boden, die das Wachstum von Gaeumannomyces begrenzen kann.

Wichtig: Take-all Decline bedeutet nicht, dass ein Standort automatisch gesund oder der Erreger vollständig verschwunden ist. Standort- und Pflegemanagement bleiben weiterhin entscheidend.
Warum sind junge Golfgreens besonders gefährdet?

Take-all Patch wird besonders häufig auf jungen, neu etablierten Agrostis-Flächen beobachtet. Sandreiche Wurzelräume, hohe pH-Werte und eine noch wenig entwickelte krankheitsunterdrückende Bodenmikroflora können dazu beitragen.

Deshalb sollten bei neu gebauten oder sanierten Greens nicht nur Gräser und Düngung betrachtet werden. Auch Wurzelraummischung, pH-Wert, Sand beziehungsweise Topdressing, Beregnungswasser, Drainage und langfristige Bodenentwicklung sind wichtige Bestandteile der Prävention.

Wann sollte ein Fachmann die Rasenfläche prüfen?

Eine fachliche Prüfung ist besonders sinnvoll, wenn ring- oder sichelförmige Schadstellen wiederholt auftreten, die Wurzeln dunkel verfärbt oder deutlich reduziert sind, größere Agrostis-Bereiche absterben oder das Schadbild nicht eindeutig von Summer Patch, Dry Patch oder anderen Ursachen abgegrenzt werden kann.

Auf Golfanlagen sollten insbesondere Boden-pH, Nährstoffversorgung einschließlich Mangan, Wurzelentwicklung, Bodenfeuchte, Drainage, Verdichtung, Beregnungswasser, Topdressingmaterial, Schnitthöhe, Bestandsalter und Pflegehistorie gemeinsam beurteilt werden.

Bei unklarer Diagnose kann eine Laboruntersuchung von Pflanzen- und Wurzelmaterial erforderlich sein.

Häufige Fragen

FAQ zu Take-all Patch im Rasen

Wie erkenne ich Take-all Patch im Rasen?

Typisch sind gelbliche, bronzefarbene bis braune ring- oder sichelförmige Flecken in Agrostis-Beständen. Besonders wichtig für die Diagnose sind dunkelbraun bis schwarz verfärbte, geschädigte Wurzeln und Kronen.

Was verursacht Take-all Patch?

Take-all Patch wird durch den bodenbürtigen Pilz Gaeumannomyces avenae verursacht. In vielen Turf-Fachquellen wird der Erreger weiterhin unter dem Synonym Gaeumannomyces graminis var. avenae geführt.

Was ist Ophiobolus Patch?

Ophiobolus Patch ist eine ältere Bezeichnung für Take-all Patch. Der historische Name geht auf die frühere taxonomische Einordnung des Erregers zurück und wird deshalb auch heute noch gelegentlich in älterer Literatur verwendet.

Welche Gräser sind besonders gefährdet?

Besonders betroffen sind Straußgräser der Gattung Agrostis, insbesondere Kriechendes Straußgras (Agrostis stolonifera). Die Krankheit ist deshalb vor allem auf Golfgreens, Tees und Fairways von großer Bedeutung.

Wann infiziert Take-all Patch die Wurzeln?

Die aktive Wurzelinfektion wird besonders durch kühle, feuchte Bodenbedingungen im Herbst und Frühjahr gefördert. Fachquellen nennen häufig Bodentemperaturen von ungefähr 12 bis 18 °C als günstigen Bereich.

Warum sieht man Take-all Patch oft erst im Sommer?

Die Wurzeln können bereits Monate vorher geschädigt worden sein. Bei steigender Temperatur und höherem Wasserbedarf reicht das reduzierte Wurzelsystem zunehmend nicht mehr aus. Hitze und Trockenstress machen den vorhandenen Schaden dann sichtbar.

Welcher pH-Wert begünstigt Take-all Patch?

Erhöhte beziehungsweise alkalische pH-Werte können die Krankheit begünstigen. Bei gefährdeten Agrostis-Beständen nennen Fachquellen häufig einen leicht sauren Wurzelraumbereich um pH 5,5 bis 6,0 als günstiger. Eine pH-Korrektur sollte jedoch nur nach Analyse erfolgen.

Kann Kalk Take-all Patch fördern?

Ja, wenn dadurch der pH-Wert eines bereits ausreichend oder hoch reagierenden Wurzelraums weiter angehoben wird. Auf gefährdeten Agrostis-Flächen sollte deshalb nicht routinemäßig gekalkt werden, ohne Bodenwerte und tatsächlichen Bedarf zu kennen.

Welche Rolle spielt Mangan bei Take-all Patch?

Niedrige Manganverfügbarkeit wird als möglicher Risikofaktor beschrieben. Bei wiederkehrendem Befall sollte die Manganversorgung deshalb gemeinsam mit pH-Wert und weiteren Bodenparametern geprüft werden.

Hilft Stickstoff gegen Take-all Patch?

Eine ausgewogene Stickstoffversorgung unterstützt Vitalität und Regeneration, Take-all Patch ist jedoch keine reine Stickstoffmangelkrankheit. Stickstoffform und Aufwand sollten an Bodenchemie, Jahreszeit, Nutzung und tatsächlichen Bedarf angepasst werden.

Kann falsche Bewässerung Take-all Patch fördern?

Dauerhaft nasse und schlecht belüftete Wurzelräume können die Krankheitsentwicklung begünstigen. Ein bereits wurzelgeschädigter Rasen darf andererseits nicht zusätzlich unter starkem Trockenstress leiden. Bewässerung muss deshalb situationsgerecht gesteuert werden.

Was bedeutet das Frog-Eye-Symptom?

Innerhalb eines geschädigten Rings können tolerantere Gräser, andere Pflanzen oder Unkräuter die abgestorbene Fläche besiedeln. Dadurch entsteht ein grüneres Zentrum mit einem braunen beziehungsweise geschädigten äußeren Ring.

Kann Take-all Patch wieder verschwinden?

Die Krankheitsstärke kann in älteren Beständen nach mehreren Jahren zurückgehen. Dieser als Take-all Decline bezeichnete Effekt wird mit der Entwicklung einer natürlichen krankheitsunterdrückenden Bodenmikroflora in Verbindung gebracht.

Kann Take-all Patch mit Fungiziden behandelt werden?

Bei Take-all Patch sind vorbeugendes Wurzelraum- und Standortmanagement besonders wichtig. In Österreich dürfen Pflanzenschutzmittel ausschließlich eingesetzt werden, wenn ihre aktuell gültige Zulassung die konkrete Anwendung abdeckt.

Rasenkrankheit richtig einordnen

Take-all Patch beginnt im Wurzelraum – nicht beim braunen Fleck

Die sichtbaren ring- oder sichelförmigen Schadstellen sind nur der oberirdisch erkennbare Teil der Erkrankung. Entscheidend ist die durch Gaeumannomyces avenae verursachte Schädigung von Wurzeln, Kronen und Ausläufern, die Wasseraufnahme, Pflanzenvitalität und Belastbarkeit erheblich reduzieren kann.

Eine langfristige Strategie gegen Take-all Patch beginnt deshalb mit einer fundierten Betrachtung von Wurzelsystem, Boden-pH, Mangan- und Nährstoffversorgung, Wasserführung, Drainage, Topdressing, Beregnungswasser und weiteren Standortfaktoren. Ziel ist ein tief durchwurzelter, ausgewogen versorgter und möglichst stressstabiler Agrostis-Bestand.

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